12. November 2018

Wozu Dolmetscher - Englisch kann doch jeder!

Englisch kann doch jeder! Ein Jahr Schüleraustausch in den USA, ein Semester Erasmus in Großbritannien oder ein Englisch sprechender Freundeskreis – gerade junge Akademiker in Deutschland sind überzeugt, dass sie verhandlungssicher Englisch sprechen können.

Wozu braucht man da noch einen Dolmetscher für Meetings oder Konferenzen? Doch Achtung: Wer die Kosten für einen Dolmetscher* scheut, spart an der falschen Stelle.

Meetings mit Spaniern oder Franzosen auf Englisch? Kein Problem – meinen viele. Doch die Realität sieht anders aus. Tatsächlich kann man nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass alle Menschen – auch die gut ausgebildeten – wirklich gut Englisch sprechen. Englisch mit einem starken spanischen oder französischen Akzent ist für uns Deutsche schwer verständlich. Im Gegenzug ist das Englisch vieler Deutscher stark von deutscher Syntax, Idiomatik und Aussprache geprägt. Schnell entsteht ein babylonisches Sprachchaos. Selbst einfache Vorgänge (z. B. an wen genau ging diese E-Mail und warum wurde sie nicht beantwortet?) können oft kaum geklärt werden. Die Konsequenzen: Die Kommunikation hängt sich auf, Frust entsteht, das Projekt kommt ins Straucheln. Dabei sprechen doch alle Englisch – was ist nur passiert?

 

Wenn es um wichtige Verhandlungen geht, sollte man besser keine Missverständnisse riskieren. Das kann teuer werden – weit teurer, als einen Dolmetscher zu beauftragen. Dieser spricht nicht nur die Muttersprache aller Anwesenden perfekt, sondern verfügt auch über die fachlichen und interkulturellen Kompetenzen, um das Gesagte eins zu eins zu übermitteln. Schließlich geht es immer auch darum, das Thema mit seinen Fachbegriffen sicher zu beherrschen, sowie die Gepflogenheiten eines Landes zu kennen und Gestik und Mimik richtig zu interpretieren.

 

Die Beherrschung der Fachsprache macht den Unterschied

 

Es ist einfach etwas völlig anderes, in der Londoner Studi-WG über den nächsten Putzdienst zu diskutieren als mit New Yorker Anwälten einen Immobilienkaufvertrag auszuhandeln. Wenn es um Fachgebiete geht, in denen die gezielte Verwendung hochspezialisierter Terminologie genau DEN großen Unterschied ausmacht, kann sich das gut eingeübte Englisch plötzlich mager anfühlen. Dolmetscher sind hingegen genau in diesen Bereichen ausgebildet. Sie sprechen nicht nur die Fremdsprache auf einem sehr hohen Niveau, sondern haben sich auch gründliches Wissen in verschiedenen Fachgebieten angeeignet – inklusive der relevanten Terminologie. Eine Technikerschulung für Maschinenbauer, ein zahnmedizinischer Fachkongress, eine Bilanzpressekonferenz eines börsennotierten Unternehmens – die Einsätze für Dolmetscher könnten kaum unterschiedlicher sein. Oft haben sich Dolmetscher auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert.

 

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Eines sollte man außerdem nicht vergessen: Wer sich auf das dünne Eis der Fremdsprache begibt, kann nicht so souverän agieren wie in der eigenen Sprache. Denn in der Muttersprache ist man immer sicherer, schlagfertiger, kann schneller denken und parieren ohne Einschränkungen im eigenen Ausdruck. Auch Vorträge gelingen spontaner und authentischer, man strahlt eine natürliche Selbstsicherheit aus. In der Fremdsprache riskiert man außerdem peinliche Fehler – inhaltlich und in der Aussprache – die das Gesagte unfreiwillig komisch wirken lassen. Unvergessen ist die Rede von EU-Kommissar Öttinger, die er im Dezember 2009 vor einem hochrangigen internationalen Publikum in Berlin hielt. Hätte er einen Dolmetscher gebucht, wäre ihm die Häme über seine mangelnden Englischkenntnisse erspart geblieben.

 

Teilhabe und Mitbestimmung dürfen nicht an der Sprache scheitern

 

Noch ein Fall, bei dem ein Dolmetschereinsatz angezeigt ist: Bei vielen Veranstaltungen in internationalen Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind die meisten Teilnehmer deutschsprachig. Es gibt oft nur wenige ausländische Gäste, die Deutsch verstehen. Hier wäre es dem Großteil der Teilnehmer nicht zuzumuten und vor allem nicht effizient, die ganze Veranstaltung auf Englisch abzuhalten. Übrigens: Bei einigen Veranstaltungen mit nicht deutschsprachigen Teilnehmern ist eine Verdolmetschung rechtlich zwingend - z. B. bei Aufsichtsratssitzungen. Das ist auch gut und richtig so, denn Teilhabe und Mitbestimmung dürfen nicht an der Sprache scheitern.

 

Fazit: Englisch zu sprechen gilt heutzutage als ein Muss. Wenn es aber um wichtige Konferenzen, Vorträge und Verhandlungen geht, sollten Sie die Übersetzung in professionelle Hände legen. Nutzen Sie die hohe Sprachbeherrschung, tiefgreifende Fachkenntnis und interkulturelle Kompetenz von Dolmetschern für Ihre Zwecke und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. So holen Sie das Optimum aus Ihrem Meeting heraus.

 

 

*Wenn von Dolmetscher die Rede ist, ist damit sowohl der Dolmetscher als auch die Dolmetscherin gemeint.

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